Die Bibel ist ein Meilenstein in der Chronik der Konflikte. Und sie ist der Bestseller.
Text: Livio Ponzetta

Der Ur-Beef
Am sechsten Tag, also am Samstag, erschafft Gott die Tiere: Kühe, Löwen, Raupen und Schnecken. Außerdem schneidet er sich Mann und Frau aus den Rippen, oder so ähnlich, erfindet jedenfalls den Menschen. Der Mensch wiederum erfindet Kernspaltung. Aber erst später. Gerade nämlich chillen Adam und Eva noch im Biergarten Eden, einem traumhaften Ort, an dem alles erlaubt zu sein scheint. Strikt verboten sind lediglich das Ausführen eines Hundes ohne Leine und das Naschen vom Baum der Erkenntnis. Eines verhängnisvollen Tages bitcht sich jedoch eine Schlange an Eva heran und überredet sie, wider dem Verbot Gottes zu handeln und sich eine Frucht des Baumes zu gönnen. Nach der Dröhnung verbotener Frucht, verführt sie auch Adam dazu. Daraufhin Gott so:“OMG!“. Adam schiebt die Schuld auf Eva, Eva wiederum sagt: „Die Schlange war’s!“. Die Strafe ist Selbsterkenntnis; Eigentlich sehr feingeistig für jemanden, der gerne auch mal auslöscht. Allerdings werden die beiden aus dem Paradies vertrieben und Eva muss für ihren Fehltritt bluten, wie stellvertretend alle anderen Frauen bis heute auch: Sie sollen unter großen Schmerzen Kinder gebären und auf die Kosmetikindustrie reinfallen.
We reccommend: Irgendein Pflegeprodukt mit Hyaluronsäure oder Ylang-Ylang.

Der Porno
Eine an Unterhaltsamkeit und Absurdität kaum zu überbietende Geschichte, aber auch ein großes Fragezeichen, ist die von „Sodom und Gomorra“.
Sodom und Gomorra sind die Sin Citys von Damals. Von hinten ist hier en vogue, vor allem unter Männern. Aber auch mit Tieren ist durchaus gefragt. Das gibt ein ganz klares dislike von Gott. Er will die Orte auslöschen, falls sich nicht mindestens 10 Unschuldige finden lassen. Also schickt er zwei Engel zum Hause Lots, dem Neffen Abrahams und dem letzten rechtschaffenen Mann unseres Schauplatzes, um ihn zu warnen. Doch kaum sind diese dort angekommen, versammeln sich die gleichgeschalteten Sodomisten-Zombies um Lots Haus und fordern die Freigabe der Engelboys, für brutale Perverso-Action und Gang-Bang.
Zuvorkommend wie Lot jedoch ist, bietet er dem horny Mob seine zwei Töchter, die seien noch sehr jungfräulich und fresh, was aber ausnahmsweise mal auch nichts bringt. Während Lot und seine Familie fliehen, vernichtet Gott also die Städte. Lots Frau wirft einen letzten wehmütigen Blick auf das Spektakel und wird zu Stein. Nachher driftet es weiter ab: Die vermutlich traumatisierten Töchter Lots füllen ihren Alten mehrfach ab, um sich von ihm schwängern zu lassen.
Und diese Familie ist das Beste, was sich dort finden ließ? Muss wirklich eine beschissene Gegend gewesen sein. Was sich bei dem Ganzen jedenfalls nicht finden lässt, ist ein greifbarer Sinn, aber man könnte die Story seinen Kindern vorlesen, um ihnen Homos madig zu machen.
We recommend: „In War and Pieces“, das aktuelle Album der gelsenkirchener Trash-Metal-Band Sodom.
Der Geliebte
Die Erzählung von David, dem Hirtenjungen, der ohne Rüstung und mit einer Steinschleuder bewaffnet den Riesen Goliath bezwingt, ist wirklich süß. Sie soll uns lehren, dass wir einen Gegner nicht unbedingt fürchten müssen, nur weil er auf den ersten Blick übermächtig scheint. Denn David besiegt Goliath letztendlich mit List und Köpfchen, statt Muskeln und Masse. Ok, was für ein bullshit. Aber: Ein Politikwissenschaftler mit dem funky Namen Ivan Arreguín-Toft verglich die Kriege der letzten 200 Jahre und fand dabei heraus, dass die Gewinnchance der Goliaths 71.5% beträgt, die der Davids aber von 28.5% auf 63.6% steigt, wenn diese eine unkonventionellere Strategie wählen.
We recommend: Ivan Arreguín-Toft

Das Team God
Lange bevor Liz Taylor Ägypten regiert treten Moses und Aaron vor den Pharao und fordern die Freilassung ihres versklavten Volkes, den Israeliten. Der Pharao ist absolut pissed und die Israeliten bekommen ein Upgrade von „versklavt“ auf „sehr versklavt“. Gott schaut natürlich nicht tatenlos zu, denn die Israeliten sind sein Volk. Er beschert den Ägyptern vorerst neun Plagen, wie z.B. Froschregen, Hagelstürme und deutsche Pauschaltouristen in Sharm El Sheik. Doch erst die zehnte Plage fruchtet: Der Tod aller männlichen Erstgeborenen. Das Volk Gottes zieht also los, wohin sie ziehen habe ich vergessen, aber wichtig ist noch, dass sie zwischendurch das Meer teilen und Gott ihnen Wachteln gibt, was auf jeden Fall für Gott spricht.
Den sogenannten Exodus feiern Juden bis heute mit dem Pessachfest.
We recommend: Konvertierung zum Judentum, denn wenn du hungerst gibt Gott dir Wachteln.

Die Aussicht
Leider muss ich alle diejenigen enttäuschen, die glauben sich in Sicherheit wähnen zu können. Der übelste aller biblischen Kriege steht uns laut Johannes noch bevor. Die Welt soll untergehen, aber natürlich nicht irgendwie. Von apokalyptischen Reitern ist die Rede, von siebendimensionalen Welten und einer babylonischen Bitch. Welche die Blut vergossen haben, trinken es nun. Alles geht mega-episch den Bach runter, ein dramatischer Tusch ertönt, Jesus steigt vom Himmel herab, ist frisch frisiert und alles, während die Bösen schmutzige Füße haben und auf’s Maul bekommen. Die Guten dürfen dann in den Himmel und sich am Wasser des Lebens laben, for free! Für einige Christen, wie zum Beispiel die Zeugen Jehovas, welche sehr intensiv an eine Apokalypse glauben, sind aktuelle Ereignisse wie Naturkatastrophen todsichere Anzeichen für den Weltuntergang. Ich persönlich halte Witch-House oder Rhababer-Schorle für schlechte Omen.
We recommend: Gib uns all’ dein Geld, setz’ dich auf dein Sofa und warte auf das Ende.