DÜSSELDORFER FOTOGRAFIE

Simone Nieweg, Gerstenfeld, Brauweiler, 1994 © Nieweg

 

WARUM DER HYPE?

Was sind die Gründe für den Erfolg des “Einfachen“, der Werke ohne Spektakuläres, die durch ihre Leere und Ordnung schon fast provozieren.
Wir befragen zwei Fotografen und den ganz großen der ersten Stunde, das heimliche Vorbild Stephan Shore.

 

STEFAN SCHNEIDER
Hype ist wohl ein ständiger Begleiter von Phänomenen (hier der Kunst) die eine scheinbar schnelle und große Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erhalten. Der offensichtliche Erfolg einer Arbeit wird als anrüchig in Frage gestellt, in dem Sinne, daß es nicht an deren reiner Qualität sondern nur am Hype liegen könne, daß eine Arbeit von xyz so erfolgreich/populär geworden ist. Beides (Qualität und Hype) gehört in unser Kunst-Welt wohl untrennbar zusammen.
Mir gefällt es besonders, daß eine Arbeit von Simone hier als Beispiel ausgewählt wurde. Gerade das scheinbar unspektakuläre („das kann ja jeder machen“, „da gibt es ja nichts zu sehen“, „das sieht ja aus wie xyz“) Bild wirkt als Provokation („es kann ja nicht an diesem Bild liegen sondern es muß etwas anderes, nämlich Hype sein“), weil es nicht den verbreiteten Vorstellungen von virtuoser, genialer, beeindruckender Trademark Kunst enstpricht.

 

ELGER ESSER
„Mit weit auf die tanzenden Lichter der Lagune geöffneten Pforten schien der Palast noch im tiefen Schlaf befangen. Meine Rufe weckten niemand auf. Ungewiß durchschritt ich zögernd die befremdliche Flucht unbekannter leerer Räume. Unter der Starrheit der fühllosen Gewölbe überkam mich plötzlich wieder der alte Unmut. Gänzlich unentschlossen ging ich langsam von Saal zu Saal, warf gelangweilte Blicke zur gefrorenen Sarabande der Decken und Fresken wie der Besucher eines Museums. So gelangte ich zu einer abgelegenen Galerie. Von dort sah ich hinunter auf den Steg und darüber hinweg auf den verwilderten Garten jenseits des Grabens toter Wasser. Überrascht fuhr ich auf: inmitten einer überwucherten Allee auf der andern Seite des Wassers stand Vanessa.“
Julien Gracq, aus „Das Ufer der Syrten“, Moderner Buch-Club Darmstadt, 1960, Seite 126

 

STEPHEN SHORE
Since I‘m of object of the hype, it seems inappropriate for me to reply.

1 comment on this postSubmit yours
  1. Das Kraut Magazin finde ich klasse. Über gute und nicht so gute Fotografie lässt sich sicher auch streiten.
    Aber sicher nicht über die Qualität eines Fotos, wenn es eine neue Idee hat und erstklassige Abzüge sind.
    Neue Ideen vermisse ich derweil im Kunstzirkus . Leider ist vieles Vergangenheitsorientiert und nicht innovativ. Da werden die 70, 80 und so weiter herauf beschworen. Da wird aus der Kiste Caspar David der Hauch aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert, als sei es einen neue Idee.
    Schon tote tolle Künstler werden für die eigene gerade anlaufende Karriere benutzt .
    Schade für den Platz an der Wand. Solche Bilder gibt es wirklich viele.
    Vielleicht lässt sich mal jemand etwas wirklich Neues einfallen mit dem Blick nach Vorne.
    Das vermissen wir in Düsseldorf beim sogenannten Weekend . Aber wer weiss, vielleicht sind wir anderes gewohnt und erwarten zuviel.
    Viele Grüsse und weiter Toi Toi für das Magazin. Tolle Idee.

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